Die Energiegenossenschaft Wittgenstein stellt ihre Projekte in der Grünen- Kreistagsfraktionen vor

 

 

 

Im Rahmen der Fraktionssitzungen von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Siegen-Wittgenstein  werden regelmäßig externe Referentinnen und Referenten zu wichtigen oder  aktuellen Themen eingeladen.

Vor der April- Sitzung der Grünen Kreistagsfraktion konnte Sprecherin Meike Menn Frank Leyener und Erich Horchler vom Vorstand  der Energiegenossenschaft Wittgenstein  begrüßen. Neben den Mitgliedern der Kreistagsfraktion nahmen auch Mitglieder der Grünen- Fraktion im Rat der Stadt Bad Laasphe an der Veranstaltung teil.

Auf Anregung des Feudinger Fraktionsmitglieds Karl Ludwig Bade fand das Treffen im Vereinsheim des FC Laasphe statt, schließlich ist im Wabach-Sportpark seit September 2016 eine Photovoltaik- Anlage der Energiegenossenschaft  am Netz.

 

Erich Horchler gab zunächst einen Rückblick auf die Entwicklung der Energiegenossenschaft. Im Juli 2013 wurde die Energiegenossenschaft Bad Laasphe gegründet, seit 2017 erweitert auf Energiegenossenschaft Wittgenstein e.G. Die Genossenschaft hat aktuell 70 Mitglieder und rund 90.000 € Eigenkapital, wobei neue Mitglieder willkommen sind (ab einem Geschäftsanteil von 500 €)

Unabhängig von der finanziellen Beteiligung kann sich jede*r Mitbürger*in in die

Energiegenossenschaft einbringen. Alle, auch der Vorstand arbeiten komplett ehrenamtlich.

Dieses Engagement wurde vom Kreis  mit dem zweiten Platz beim Zukunftspreis 2018 des Kreises Siegen- Wittgenstein gewürdigt. Die Region Wittgenstein profitiert auch von der Vergabe der Facharbeiten an örtliche Partner.

 

Frank Leyener gab einen Überblick über die Projekte und erzielten Ergebnisse der Energiegenossenschaft. Gestartet ist die Genossenschaft mit einer Photovoltaik- Anlage auf dem Gymnasium Bad Laasphe, die zweite Anlage wurde auf der Kläranlage Feudingerhütte errichtet. Es folgte die Anlage im Wabach-Sportpark. 

Auf großen Beifall der Grünen- Fraktionsmitglieder stießen die Ausführungen zu den  Energieerträgen der Anlagen: 2018 wurden von der Energiegenossenschaft insgesamt 188.846 kWh Strom erzeugt.  Dafür hätte ein Steinkohlekraftwerk 56 Tonnen Steinkohle verfeuern müssen. Die Stromproduktion konnte um 50% gesteigert werden. Die neue Anlage  auf  der Kulturhalle in Dotzlar sorgte in erster Linie für die enorme Erhöhung des Ertrags. Durch den Rekordsommer konnten die Bestandsanlagen etwa 10% mehr produzieren.

 

Aktuell gibt es sechs Photovoltaik- Projekte, weitere sind in der Planung. Während zu Beginn auch über Windkraftprojekte nachgedacht wurde, beschränkt man sich seit 2015 ausschließlich aus verschiedenen Gründen auf Photovoltaik- Anlagen.

Aufgrund der schlechteren Förderbedingungen sind neue Projekte nur noch bei Dächern in hervorragender Sonnenlage sinnvoll.

Auf Nachfrage wies Frank Leyener auf  enge Kontakte und Austausch mit der Energiegenossenschaft Siegerland hin. Es wurde auch kreuzweise je ein Anteil gezeichnet.

 

Es folgte eine ausführliche Diskussion zu den Themen Stromspeicher  und Wärmepumpenheizung. Von den unterschiedlichen  Systeme werden Sole-Wärmepumpen  gegenüber Luft-Wärmepumpen als effektiver angesehen.

Hinsichtlich der Gebäudedämmung sieht Frank Leyener die größte Möglichkeit,  CO2-Emissionen zu reduzieren , bei  Fenster, Türen, Dachgeschoss und Kellerdecke.  Auch im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit sind diese Maßnahmen sinnvoll.

 

Unabhängig von den eigenen Photovoltaik- Projekten  hat die Energiegenossenschaft viele Haushalte und Unternehmen bei deren Um- oder Neubaumaßnahmen beraten.

Frank Leyener schildert einige beispielhafte Haussanierungen nebst Heizungsmodernisierung und Einsparmöglichkeiten. Die Energiegenossenschaft bietet allen Interessierten gerne auch persönliche Beratung an. Für Weitere Informationen verwies er auf die Homepage: www.energiegenossenschaft-wittgenstein.de

 

Im Namen der Fraktionen bedankte sich Sprecher Simon Rock  für den außerordentlich  informativen Vortrag.