Busbahnhof Feudingen

Das Thema Zentralomnibusbahnhof- Buswende in Feudingen wird zur Zeit diskutiert.
Die geplante Bau betrifft in vielfacher Weise nicht nur die Anlieger, sondern auch die Einwohner
der Stadt, insbesondere Feudingens.
Die Befürworter der Verlegung der Haltestellen erhoffen sich
• mehr Sicherheit für Busbenutzer
• Barrierefreiheit
• besser Verkehrsfluss
• Argumente gegen die geplante Lösung:

• Ein wesentliches Argument für die Notwendigkeit eines ZOB ist die…“Verbesserung der
Verkehrssicherheit.“ Nach Auffassung der Teilnehmer der Verkehrsschau sollen die
Busnutzer die L719 an der Ampel vor der Sparkasse überqueren, dann die Straße „im
großen Hof“. Der Weg unterscheidet sich bis dahin nicht vom Zugang zur bisherigen
Bushaltestelle. Zudem können die Grundschulkinder bisher zwischen Sparkasse und
Volksbank an zusätzlichen Haltestellen einsteigen. Jetzt müssen sie den langen Weg zum
ZOB nehmen.

• Die einzige öffentliche Grünfläche in der Ortsdurchfahrt wird bebaut. Für die Dorfgestaltung
hatte diese Fläche einen hohen Stellenwert:

Dem Feudinger Dorfbuch von 1968 kann man entnehmen: „Den größten Erfolg
hinsichtlich der Einrichtung von Grünanlagen konnte die Gemeinde erringen, als sie am
Ortseingang, oberhalb des Bahnhofs…eine Fläche kaufen konnten …die sich zur
gartenarchitektonischen Gestaltung anbot. Es wurde Muttererde angefahren…;zahlreiche
Sträucher und Bäume, Ruhebänke und ein Brunnen geben jetzt für unser Dorf an seinem
östlichen Eingang eine ansprechende Visitenkarte ab…“
• Die Anwohner verlieren ihre Gemeinschaftsfläche, zum Beispiel für das Aufstellen des
Pfingstbaums. Sie beteiligen sich an der Pflege der Anlage

• Die Auswirkungen des ZOB für die Situation des gegenüberliegenden Hotels wird in keiner
Weise untersucht
• Aus- und Einfahrt der Busse in engen Radien. Gefährliche Situationen auf der Sieg-Lahn-
Straße werden befürchtet
• Mangelnde Übersicht für die Fahrer der aus- und einfahrende Busse, Gefährdung der
Personen im Haltestellenbereich

• Zusätzlich müssen aus- und einfahrende Fahrzeuge an der Einmündung „Im Brühl“ beachtet
werden. Die Straße wird für den Anlieferverkehr ins Industriegebiet von zahlreichen LKW
benutzt
• Fraglich ist, ob weitere Maßnahmen zu erwarten sind, wie Halte- und Parkverbote vor den
gegenüberliegenden Häusern, um die Einfahrt- und Ausfahrtradien der Busse zu verbessern
Nach § 23 der Gemeindeordnung NRW die Anlieger Informationen auf die zahlreichen offenen
Fragen zum geplanten Projekt erwartet:

(1)“..Bei wichtigen Planungen und Vorhaben der Gemeinde, die unmittelbar raum- oder
entwicklungsbedeutsam sind oder das wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Wohl ihrer Einwohner
nachhaltig berühren, sollen die Einwohner möglichst frühzeitig über die Grundlagen sowie Ziele,
Zwecke und Auswirkungen unterrichtet werden.
(2)Die Unterrichtung ist in der Regel so vorzunehmen, daß Gelegenheit zur Äußerung und
Erörterung besteht. Zu diesem Zweck kann der Rat Versammlungen der Einwohner anberaumen…“
Für eine Information der Öffentlichkeit hat die Verwaltung zwei Jahre Zeit gehabt, zumal die
Planskizze immer noch von 2016 stammt. In 2017 wurde lediglich der Zuschussantrag
beschlossen . Eine Anfrage der Grünen- Fraktion, die sich auch auf die Einbeziehung der Anlieger
bezog, beantwortete Herr Winkeler in der Ratssitzung am 30.11.2017…“Anlieger wurden bisher
nur miteinbezogen, wenn sie direkt von der Baumaßnahme betroffen waren“. Uns ist kein
Anlieger bekannt, der vor ihrem Schreiben vom 31.07.2019 Informationen direkt von der
Stadtverwaltung erhalten hat.

Die Schreiben der Anlieger wurden vor der Bauausschuss- Sitzung von der Verwaltung
überraschend für nichtöffentlich erklärt. Unser Ziel war aber ausdrücklich, dass unsere Argumente
im Ausschuss diskutiert werden sollten.
Es sollte in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit sein, bei wichtigen Planungen die
Einwohner frühzeitig einzubeziehen.
Auf eine Antwort auf ihre Schreiben warten die Anlieger immer noch.
Klaus Preis (FDP) baute den Ausschussmitgliedern eine „goldene Brücke“, kurzfristig eine
Ortsbesichtigung mit Busexperten anzusetzen. Warum dieser Vorschlag, der auch durch die
Grünen- Fraktion unterstüzt wurde, von der CDU/SPD Mehrheit nicht angenommen wurde,
uns völlig unverständlich.
Leider kann man der Niederschrift der Sitzung vom 04.09.2019, die erst am 22.10.2019 ins
Ratsinformationssystem eingestellt wurde, nur äußerst spärliche Informationen über den
Sitzungsverlauf entnehmen: „Herr Wagner stellt die Drucksache vor. Im Anschluss daran wird den
Bürgern aus Feudingen die Möglichkeit gegeben, sich zum Sachverhalt zu äußern. Fragen wurden
von der Verwaltung sowie von Herrn Beyer beantwortet“. Kein Wort zur kontroversen Diskussion.
Der Alternativvorschlag von Klaus Preis, in einer Ortsbesichtigung die Eignung des
Grundstücks zu klären, wird nicht erwähnt.

Der Busbahnhof ist noch nicht beschlossen. Der Bauausschuss hat in der letzten Sitzung lediglich
beschlossen, die „Umsetzung der Baumaßnahme weiter voranzutreiben“.
Irgendwann wird der Ausschuss erneut beraten, ob oder wie der Plan umgesetzt werden soll.
Daher haben wir noch Hoffnung, dass dieses Projekt so nicht beschlossen wird. Es gibt
Alternativen, die wesentliche Nachteile der vorgeschlagenen Lösung vermeiden:
In vielen Orten verzichtet man auf Busbuchten. Die Haltestellen befinden sich auf der Fahrbahn
und werden mit großen weißen Schriftzeichen „BUS“ gekennzeichnet, zum Beispiel in Gernsdorf:
Hier hat man alle circa alle 100 oder 200 Meter eine Haltestelle, der Bus bestimmt das Tempo,
während beim ZOB das Gegenteil angestrebt wird. Der Verkehr soll flüssiger ablaufen!?
Ein Anlieger schrieb aus Südtirol: „Dort ist es grundsätzlich so, dass die Bushaltestellen auf der
Straße markiert sind. Das dient der natürlichen Verkehrsberuhigung!“

 

Lageplan Busbahnhof von 2016

 

 

GoogleEarth Südtirol

 

Buskap Gernsdorf

Foto: Karl-Ludwig Bade

Buskap Gernsdorf

Foto: Karl-Ludwig Bade

 

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